Zeitumstellung im Oktober: Wie du gut in die Winterzeit kommst

Christina Kubanke, Psychologin (M.Sc.) Von , Psychologin (M.Sc.) · Veröffentlicht am · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Illustration: Wanduhr mit einem Pfeil, der eine Stunde zurückzeigt, dahinter Mond und Abendhimmel

Am Sonntag nach der Umstellung wachst du früher auf als sonst. Eigentlich schön, eine Stunde geschenkt. Aber am Montag um halb fünf wird es draußen schon dämmerig und um neun Uhr abends fühlt es sich an wie Mitternacht. Irgendwie ist die ganze Woche ein bisschen verrutscht.

Das bildest du dir nicht ein. Und es gibt ein paar einfache Dinge, die helfen.

Wann ist die Zeitumstellung 2026?

Die Sommerzeit endet am Sonntag, 25. Oktober 2026. Um 3 Uhr nachts wird die Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Handys und Computer stellen sich automatisch um, Backofen, Auto und Wanduhr meistens nicht.

Warum bringt eine Stunde so viel durcheinander?

Die innere Uhr richtet sich nach der Sonne, nicht nach der Uhrzeit. Unser Schlaf-wach-Rhythmus orientiert sich vor allem am Tageslicht. Die Chronobiologen um Till Roenneberg haben gezeigt, dass Menschen ihren Schlaf eher nach dem Sonnenstand ausrichten als nach der Uhr an der Wand. Wenn sich die Uhrzeit plötzlich verschiebt, braucht der Körper ein paar Tage, um hinterherzukommen.

Der Abend wird dunkler, früher. Nach der Umstellung geht die Sonne eine Stunde früher unter, bezogen auf deinen Alltag. Viele kommen dann im Dunkeln von der Arbeit nach Hause. Das drückt bei manchen auf Stimmung und Antrieb. Mehr dazu steht in Herbstblues.

Kleine Rhythmen geraten ins Wanken. Essenszeiten, Müdigkeit am Abend, der Moment des Aufwachens: Alles verschiebt sich ein wenig. Wer ohnehin schlecht schläft oder viel im Kopf hat, spürt das oft stärker.

Die gute Nachricht: Die Umstellung im Herbst empfinden viele als leichter als die im Frühjahr, weil man eine Stunde gewinnt statt verliert. Nach einigen Tagen hat sich der Rhythmus meist wieder eingependelt. Wenn er länger verrutscht bleibt, steht in einem eigenen Text, wie du deinen Schlafrhythmus wiederfinden kannst.

So kommst du gut durch die Umstellung

In den Tagen davor

Schlafenszeit leicht verschieben. Wenn du empfindlich reagierst, geh ab Mittwoch jeden Abend etwa fünfzehn Minuten später ins Bett. So ist der Sprung am Sonntag kleiner.

Den Sonntag bewusst planen. Nutze die gewonnene Stunde nicht zum Ausschlafen bis mittags, sondern für etwas, das dir guttut. Ein Spaziergang am Vormittag ist ideal.

In der Woche danach

Morgens ans Licht. Tageslicht am Vormittag ist das stärkste Signal für die innere Uhr. Zehn bis dreißig Minuten draußen reichen, auch bei grauem Himmel.

Die Aufstehzeit festhalten. Steh jeden Tag etwa zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende. Das stabilisiert den Rhythmus schneller als Ausschlafen.

Den frühen Abend nicht verschenken. Wenn es um 17 Uhr dunkel ist, fühlt sich der Tag schnell vorbei an. Plane bewusst etwas für den frühen Abend ein: eine Verabredung, Kochen, ein Hobby. So bekommt der Abend einen eigenen Wert.

Den Kopf vor dem Schlafen leeren. Wenn du durch die Umstellung früher müde bist, aber im Bett die Gedanken anspringen, hilft ein kurzer Feierabend im Kopf: aufschreiben, was offen ist, den ersten Schritt für morgen festlegen, Zettel weglegen. Wie das geht, steht in Abends nicht abschalten.

Wenn du nachts wach liegst

Manche wachen nach der Umstellung eine Stunde zu früh auf und kommen nicht mehr in den Schlaf. Das Wichtigste: nicht auf die Uhr schauen und nicht anfangen, den Tag durchzuplanen. Wenn die Gedanken kreisen, schreib sie kurz auf einen Zettel neben dem Bett und leg ihn weg. Mehr Hilfe für solche Nächte findest du in Nachts wach und der Kopf rattert.

Das Werkzeug zum Mitnehmen

Wenn die Abende früher dunkel werden, kommen die Gedanken oft schon auf dem Sofa. Werkzeug Nr. 4 „Feierabend im Kopf" hilft dir, den Tag in wenigen Minuten abzuschließen, damit du abends wirklich ankommst. In Klarstern führt es dich Schritt für Schritt durch.

Lieber auf Papier? Alle sechs Werkzeuge stehen im Arbeitsbuch „Klar im Kopf".

Häufige Fragen

Wird die Uhr im Oktober vor- oder zurückgestellt?

Zurück. Am 25. Oktober 2026 wird um 3 Uhr die Uhr auf 2 Uhr gestellt. Die Nacht ist dadurch eine Stunde länger.

Wie lange dauert es, bis man sich an die Winterzeit gewöhnt hat?

Bei den meisten Menschen einige Tage bis etwa eine Woche. Tageslicht am Vormittag und feste Aufstehzeiten helfen, den Rhythmus schneller anzupassen.

Warum bin ich nach der Zeitumstellung so müde?

Die innere Uhr orientiert sich am Tageslicht und passt sich erst nach und nach an die neue Uhrzeit an. Dazu kommt, dass es abends früher dunkel wird, was viele müder macht.

Kann ich mich auf die Zeitumstellung vorbereiten?

Ja. Verschieb in den Tagen davor die Schlafenszeit in kleinen Schritten um etwa fünfzehn Minuten und geh nach der Umstellung morgens ans Tageslicht.


Christina Kubanke, Psychologin (M.Sc.)Über die Autorin: Christina Kubanke ist Psychologin (M.Sc.) und hat Klarstern gegründet. Sie übersetzt erprobte Methoden aus der psychologischen Forschung in Werkzeuge, die man genau in dem Moment benutzen kann, in dem der Kopf voll ist.

Dieser Artikel dient der Selbsthilfe bei alltäglicher Belastung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn du über längere Zeit schlecht schläfst, sprich mit deiner Hausarztpraxis.

Quellen

  • Roenneberg, T., Kumar, C. J. & Merrow, M. (2007). The human circadian clock entrains to sun time. Current Biology, 17(2), R44-R45.
  • Kantermann, T., Juda, M., Merrow, M. & Roenneberg, T. (2007). The human circadian clock's seasonal adjustment is disrupted by daylight saving time. Current Biology, 17(22), 1996-2000.
  • Physikalisch-Technische Bundesanstalt: Zeitumstellung. https://www.ptb.de

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